Biomechanische Risiken: Wie Anti-Schnarch-Mundstücke Kieferbeschwerden verursachen können
Kiefergelenkschmerzen durch aggressive oder ungleichmäßige Vorverlagerung des Mundstücks
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich bei der Verwendung eines Anti-Schnarch-Mundstücks ein Kiefergelenkssyndrom (TMD) entwickelt. Das Mundstück bewirkt eine Vorverlagerung des Unterkiefers, um die Atemwege offen zu halten; überschreitet die Vorverlagerung jedoch mehr als 70 % der für die betreffende Person komfortablen Grenze, so besteht ein Risiko für Bänder und Gelenkscheibe des Kiefergelenks. Ist das Mundstück zudem ein Einbogen-Modell, verstärkt dies das Problem zusätzlich, da es zu einer ungleichmäßigen Belastung des Kiefers führt. Patienten beschreiben typischerweise:
Eingeschränkte Beweglichkeit und Steifheit des Kiefers am Morgen
Knacken oder Knirschen im Kiefer
Schmerzen im Kiefer mit Ausstrahlung in Ohren oder Schläfen
Chronische Kiefergelenksprobleme können zu einer Dislokation der Gelenkscheibe oder zu einer Arthrose des Gelenks führen.
Myofasziale Schmerzen infolge nächtlichen Zähneknirschens (Bruxismus), verursacht durch zu steife und nicht verstellbare Mundstücke
Einige Mundschutzschienen bestehen aus einem warmen Thermoplastik, das weich wird und sich an die Form des Mundes anpassen lässt. Die Mundschutzschiene beschränkt die mikroskopischen Bewegungen des Kiefers, wodurch es zu einer Überaktivierung der Kaumuskulatur und der Muskeln des Kiefers kommt. Dies kann myofasziale Schmerzen mit folgenden Symptomen verursachen:
Allgemeiner Schmerz im Gesicht und im Mund beim Aufwachen
Schmerzhafte Druckstellen am Körper
Zähneknirschen in der Nacht
Das Zähneknirschen in der Nacht führt zu einer Überlastung des Kiefers und des Kiefergelenks (TMJ), wenn die Belastung eine noch stärkere Beanspruchung des Kiefers und des Kiefergelenks verursacht. Das Design der Mundschutzschiene verschlechtert diese Situation für den Anwender zusätzlich, was die hohe Abbruchrate bei der Nutzung der Mundschutzschiene innerhalb des ersten Monats aufgrund von Unbehagen erklärt.
Anpassbare Unterkiefervorverlagerung: Notwendiges Element für die Kiefergesundheit
Mundstücke gegen Schnarchen mit fester Position erzwingen eine konstante, nicht individuell angepasste Vorverlagerung, meist jenseits physiologischer Grenzen, was zu übermäßigen Zugkräften auf die Kiefergelenksbänder und -scheiben führt. Eine unsachgemäße Vorverlagerung hat sich als Ursache für eine bis zu 42 % stärkere Kondylenverschiebung erwiesen im Vergleich zu einer anatomisch korrekten Vorverlagerung (Journal of Dental Sleep Medicine, 2023). Eine chronische Überlastung ist ein entscheidender Faktor bei Erkrankungen des Kiefergelenks sowie bei morgendlichen Kieferschmerzen, die innerhalb der ersten drei Monate der Nutzung bei 68 % der Nutzer von Mundstücken mit festen Mechanismen auftreten.
Mundstücke gegen Schnarchen mit mikrojustierbarer Vorverlagerung entlasten das Kiefergelenk und verbessern dessen Belastbarkeit aus folgenden Gründen.
Feinjustierbare Mechanismen gestalten die mandibuläre Vorverlagerung neu – von einem biomechanischen Risiko hin zu einer titrierbaren Therapie. Mit Justierschritten von nur 0,25–0,5 mm können Anwender ihre minimal wirksame Vorverlagerung genau bestimmen, also die geringste Position, bei der die Atemwege offen bleiben und keine Belastung entsteht. Dies bietet folgende Vorteile:
Verringerung der Druckbelastung: Eine langsame Vorverlagerung verhindert die anteriore Dislokation der Kondylen aus der Mandibularfossa und reduziert so die Druckbelastung des retrodiskalen Gewebes um bis zu 57 % im Vergleich zu feststehenden Geräten (Studie zur Biomechanik des Kiefergelenks, 2023).
Die adaptive neuromuskuläre Reaktion: Diese Vorverlagerungen erfolgen schrittweise und ermöglichen es den Kaumuskeln, ihr Gleichgewicht ohne Kontraktion aufrechtzuerhalten, wodurch die Aktivität des Musculus masseter während der Nacht um 39 % reduziert wird.
Aus klinischer Sicht erreichen mikroverstellbare Geräte das gleiche Ausmaß an Apnoe-Reduktion (AHI-Reduktion ≥50 %) und verringern gleichzeitig morgendliche Kieferbeschwerden um 81 % im Vergleich zu fest eingestellten Geräten. Dieser verbesserte Tragekomfort und die geringeren Schmerzen motivieren die Nutzer, die Anwendung fortzusetzen. So verwendeten 92 % der Nutzer verstellbarer Geräte diese über einen Zeitraum von sechs Monaten hinaus, verglichen mit lediglich 43 % der Nutzer fest eingestellter Geräte.
Technologie für individuelle Passform: Erzielung eines Druckgleichgewichts und optimaler Retention
Vergleich der zweilagigen Thermoformung und der „Kochen-und-Bißen“-Technologie sowie deren Auswirkungen auf das okklusale Gleichgewicht und die Kieferstabilität
Eine schlechte Passform wirkt lokalisierte Kräfte auf Zähne und Kiefergelenke aus, verstärkt Unbehagen und Belastung und macht die Kieferbelastung chronisch. Dünne, weiche Schichten, wie sie bei sogenannten „Koch-und-Biss“-Geräten üblich sind, führen zu einer ungleichmäßigen Dicke der thermogeformten Schichten und damit zu einer Migration des Geräts während des Schlafs. In einer Studie aus dem Jahr 2023 führten „Koch-und-Biss“-Geräte in 62 % der Fälle zu einer Öffnung des Kiefers, verglichen mit lediglich 18 % bei der Verwendung maßgefertigter Zweischicht-Geräte (Amerikanische Akademie für zahnmedizinische Schlafmedizin, 2023).
Die äußere Schale von Zweischicht-Thermogeformgeräten bietet eine starke Retention, um die Form des Geräts zu bewahren, während die innere Schale sich den Strukturen des Kiefers anpasst. Die Thermogeformung von zwei Schichten bewirkt eine gleichmäßige Verteilung des okklusalen Drucks über den gesamten Zahnbogen und entlastet dadurch das Kiefergelenk (TMJ). Eine perfekte Retention verhindert eine unvorhergesehene Fehlstellung des Kiefers, die chronische Schmerzen und Beschwerden verursachen kann.
Stufenweise Vorverlagerung: Unterstützte schrittweise Gewöhnung zur Reduzierung der myofaszialen Ermüdung bei Neuanwendern
Von den in der Zeitschrift Journal of Dental Sleep Medicine (2023) berichteten Nutzern verspürten 58 % innerhalb einer Woche nach Anpassung des Geräts Schmerzen, die durch die Positionierung und Einstellung des Kiefers verursacht wurden. Die Schmerzen ließen sich mittels der Technik der schrittweisen Vorverlagerung verringern, um die Protrusion (Abstand zwischen den Kiefern bei geöffnetem Mund) um bis zu 0,5 mm zu erhöhen, wobei die Vorverlagerung gegenüber der vorangegangenen Woche gesteigert wurde – insgesamt über einen Zeitraum von 3 bis 7 Tagen.
Zahnärztliche Schlafspezialisten berichten, dass Patienten, die einen strukturierten Gewöhnungsplan befolgen, morgendliche Kieferschmerzen um 72 % seltener erleben als Patienten, die mit vollständiger Vorverlagerung beginnen (Sleep Disorders Clinics Annual Review, 2024). Die Protokolle beinhalten zudem eine schrittweise Gewöhnung an das Gerät: In den ersten 7 Nächten erfolgt eine nächtliche Desensibilisierung, gefolgt von einer Tragezeit des Geräts von 2 bis 4 Stunden pro Nacht über einen Zeitraum von 7 bis 14 Tagen; dies hilft, das Risiko chronischer myofaszialer Schmerzmuster zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert mit dem Kiefer, wenn man schlecht konstruierte Anti-Schnarch-Mundstücke verwendet?
Das Tragen von Mundschutzschienen kann zu Kieferbeschwerden, Belastung des Kiefergelenks (TMJ), nächtlichem Zähneknirschen, myofaszialer Überaktivierung und sogar degenerativen Erkrankungen wie Arthrose führen. Es gibt zudem Berichte über morgendliche Kiefersteifigkeit, lokalisierte Schmerzen und eine verminderte Wirksamkeit der Schiene.
Wie können mikroverstellbare Anti-Schnarch-Geräte weniger Kieferbeschwerden verursachen?
Mikroverstellbare Geräte unterstützen die Nutzer dabei, den Kiefer in kleinen Schritten nach vorne zu bewegen. Dadurch werden übermäßige Zugkräfte auf das Kiefergelenk reduziert und eine angemessene Anpassung der Kaumuskulatur gefördert, wodurch morgendliche Kieferschmerzen und langfristige Probleme verhindert werden.
Wie ist die individuelle Passform-Technologie bei Anti-Schnarch-Mundschutzschienen vorteilhaft?
Die individuelle Passform-Technologie sorgt dafür, dass Mundschutzschienen einen gleichmäßigen Druck auf alle Zähne ausüben, was hilft, die Schiene während des Schlafs zu halten und ein Verschieben im Schlaf zu verhindern. Diese Technologie ermöglicht eine optimale Einstellung der Mundschutzschiene, minimiert eine erzwungene Fehlstellung des Kiefers und verbessert den Gesamtkomfort beim Tragen der Schiene.
Welche Protokolle können Sie anwenden, um myofasziale Ermüdung zu vermeiden?
Protokolle für eine schrittweise Steigerung ermöglichen es dem Anwender, das Gerät zunächst auf die geringste Vorverlagerungseinstellung einzustellen und diese dann alle paar Nächte um 0,5 mm zu erhöhen. Eine tägliche Desensibilisierung in Kombination mit einer vollständigen, schrittweisen Nachtanwendung kann den Anwender zusätzlich dabei unterstützen, eine sichere Anpassung zu gewährleisten und bei Bedarf Muskelermüdung zu vermeiden.